Volkssportarten

Die baskische Gesellschaft pflegt bis zum heutigen Tag viele Traditionen, die ursprünglich aus der Landleben und der Landwirtschaft stammen. Mit der Zeit wurden sie auf folkloristische Art weitergelebt und so haben viele kulturelle Phänomene überlebt. Dazu gehören die sogenannten „herri kirolak“, die baskischen Volkssportarten.

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Uralt ist beispielsweise die baskische Sportart „Pelota Vasca“, ein dynamisches Ballspiel, bei dem der Ball aus Körben oder mit der Hand gegen Wände geschleudert wird – Ursprung des modernen Squash. Die dafür notwendigen Frontóns (Ballspielhallen) finden sich auch in den kleinsten Ortschaften im Baskenland. Es gibt erscheidene Modalitäten: mit der blossen Hand, mit einem Holzschläger (pala) oder dem Korb (cesta punta oder remonte), bei dem der Ball eine irrsinnige Geschwindigkeit erreicht. Es ist der schnellste Ballsport der Welt. An Wochenenden wird leidenschaftlich mitgewettet, vor allem wenn es sich um bekannte Profispieler handelt.

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Archaischen Ursprungs ist auch Harri-jasotzaile (Steinstemmen, dessen gegenwärtiger Rekord bei 320 kg steht. Auch im Aizkolari (Baumstammhacken) spiegelt sich die tägliche Arbeit der früheren Basken wieder. Beim Idi-Dema werden Steine mit Hilfe von Ochsen gezogen, beim Segalaria wird an steilen Hängen mit der Sense um die Wette gemäht. Bei den Korrikolaris handelt es sich um Waldläufer und bei Estropadak um Ruderregatten, die ebenfalls aus einer Notwendigkeit der Vergangenheit und der Begeisterung für Wetten entstanden.

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Es waren jedoch nicht nur die anstrengenden Arbeiten auf dem Land, die die Basken zu sportlichen Wettkämpfen machten, zum Anlasse der Zerstreuung. Das beweisen die Bertsolaris (Versmacher), die seit der Antike eine ganz eigentümliche Art von aus dem Stegreif gesprochener Literatur in baskischer Sprache praktizieren. Phantasie, Tiefe, Sozialkritik und auch Schalk verbergen sich in den Versen dieser flinken Poeten. Oder die Txalapartaris, die bei jedem Fest mit einem uralten Musikinstrument überraschen: zwei lange Holzbretter und zwei Personen mit Stöcken bringen eine Unzahl von Rhythmen und Tönen hervor. Musik im Blut haben die dantzaris (Tänzer) – manchmal mit so spektakulären Varianten wie beim ezpata-dantza, bei dem Schwerter gekreuzt werden.388px-Bertsolaria_mattin     IMG_5486   IMG_1259

 

 

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